Warum Kombiwetten eine schlechte Idee sind

Kombinationswetten sind zwar ausgesprochen beliebt, aber sind sie auch eine gute Idee? In den allermeisten Fällen nicht. Zwar gibt es tatsächlich dann und wann gute Gründe für eine Kombinationswette. Aber fast alle Gelegenheitswetter machen dies aus den falschen Gründen.

Im nächsten Artikel aus der Reihe “Wettstrategie für Fortgeschrittene” wollen wir dir zeigen, warum Kombinationswetten meist eine schlechte Idee sind und in welchen (selten) Fällen sie trotzdem sinnvoll sein können. Im Wesentlichen beschränken sich die meisten Kombinationswetten auf zwei Szenarien:

1) Gelegenheitswetter, die den Jackpot treffen wollen

Typischerweise werden hier 5-8 Wetten in einer Kombinationswette zusammengefasst. Auf diese Weise können auch mittelmäßige Quoten zu hohen Gesamtquoten zusammengeführt werden (“auf Quote kommen” ist dafür eine beliebte Redewendung); beispielsweise landet man mit acht 2.00-Quoten bei einer stolzen Gesamtquote von 256. Ein Wettmodell, das wohl schon fast jeder einmal ausprobiert hat.

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Ein Beispiel für einen abenteuerlichen Kombinationswettschein bei Bwin

Das Problem damit: Es dürfte wohl recht offensichtlich sein – Das Eintreten des Ereignisses ist ziemlich unwahrscheinlich. Um zu verdeutlichen wie sehr, nehme man einfach einmal die implizierte Wahrscheinlichkeit einer 366.94 Quote: 0,0027%.

2,7 Promille sind nur dann viel, wenn man getrunken hat. Letztlich ist das aber nicht einmal das Hauptproblem, immerhin werden für diese Sorte Wetten ja auch meist nur ein paar Euro ausgegeben. Das größte Problem ist hier tatsächlich das Geldmanagement, auch wenn das nicht sofort offensichtlich wird.

Nehmen wir unser Beispiel: Bei 10€ Einsatz stündest Du nach den ersten 4 gewonnenen Wetten bei einem Gewinn von 1.438,97€. Essentiell riskierst Du im letzten Schritt also 1.438,79 Euro, um 3669,36 Euro zu gewinnen. Das bedeutet daher auch, dass Du mit dieser Kombinationswette für das letzte Spiel einen riesigen Prozentsatz deines Wettkapitals setzt – eine Summe, die Du sonst vermutlich nicht für ein einzelnes Spiel aufwenden würdest.

2) Kombination von “Bankspielen”

Extrem beliebt ist es auch, zwei große Favoriten in einer Wette zu kombinieren. Meist handelt es sich dabei um Favoriten á la Real Madrid und Barcelona zu Hause – die Quoten sind sehr niedrig, und die Multiplikation der niedrigen Quoten soll über diesen Umstand hinweghelfen, gerne wird eine Gesamtquote um die 2.00 angestrebt. Abgeschlossen wird die Wette in der Überzeugung, es handele sich jeweils um sichere Siege.

Das Problem damit: Es gibt natürlich keine sicheren Favoriten, dafür ist jeder Sport zu sehr voll von Unwägbarkeiten. Daran ändert auch die Kombinationswette nichts – zwar ist die Quote besser, aber andererseits muss dir eben auch nur noch ein Spiel danebengehen, um dir deinen Gewinn zu versauen. Du wirst auf diese Weise zwar im Gewinnfall mehr, aber dafür eben auch seltener gewinnen.

kombination bankspiele sinnvoll oder nicht

Die gewinnen doch alle ganz sicher. Oder?

Im Prinzip fallen bei diesen Wetten die meisten Leute darauf herein, dass 80% eben nicht 100% bedeutet, sondern schlicht 80% – auch Teams wie Real Madrid, Barcelona oder München gewinnen nicht jedes Heimspiel, auch nicht auf der Höhe ihres Schaffens. Es ist allerdings ein Fehler, der in unserer Intuition begründet liegt, und daher fast jedem in irgendeiner Lebenssituation unterläuft. “Bankwette” werden solche Spiele gerne genannt. Da passt es wunderbar, dass wir in Zeiten leben, in denen wir lernen, dass selbst Banken alles andere als sicher sind.

Kombinationswetten schränken die Auswahl ein

Da der Buchmacher durch seine Marge einen Vorteil hat, ist es als Wettender besonders wichtig, jeden Vorteil zu nutzen, den man kriegen kann. Dazu gehört auch, die bestmögliche Wettquote zu nehmen, die man in die Finger kriegen kann. Kombinationswetten bedeuten aber eben auch, dass zeitgleiche Spiele nur beim selben Anbieter gewettet werden müssen. Das beschränkt also deine Auswahl für jede Wette, die über die erste hinausgeht, auf eben jenen Anbieter.

Viele Wettanbieter lassen dich nur eine bestimmte Höchstsumme gewinnen

Um ihr Risiko zu deckeln, begrenzen die meisten Wettanbieter die Maximalsumme, die bei ihnen gewonnen werden kann. Für Kombi-Wetten ist das also dann ein Problem, wenn dein Einsatz um die Quote multipliziert diesen Betrag überschreitet. Wenn Du als Gelegenheitswetter schon unbedingt den Jackpot treffen willst, dann achte zumindest darauf, dass Du auch nicht mehr Risiko auf dich nimmst, als eben nötig ist.

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Auch wenn dir die Buchmacher häufig die Sterne vom Himmel versprechen, begrenzen sie doch sehr gerne deren Anzahl.

Kombinationswetten erhöhen dein Risiko

Wie schon erwähnt: Kombinationswetten erhöhen nicht nur deine Gewinne, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, gar nicht zu gewinnen. Zwar ist es nicht zwingend schlecht, weniger Wetten zu gewinnen, wenn dafür entsprechend mehr Geld hereinkommt (solange die Relation gewahrt bleibt). Allerdings bedeutet eine niedriger Gewinnprozentsatz, dass deine Gewinn- und Verlustphasen deutlich wilderen Schwankungen unterworfen sein wird. Das wiederum erhöht dein insgesamtes Bankrottrisiko für dein Wettkapital, weshalb dann umso konservativeres Geldmanagement erforderlich ist.

Wann sind Kombinationswetten eine gute Idee?

Man sollte Kombinationswetten nicht generell verteufeln, denn es gibt durchaus Anlässe, zu denen sie Sinn ergeben, und sogar sehr mächtige Instrumente sein können:

1) Value multiplizieren

Der Buchmacher hat Kombi-Wetten so gerne, weil der überwiegende Teil der Kundschaft bereitwillig Wetten völlig ohne Value akzeptiert. In diesem Fall multipliziert sich nämlich weniger der überschaubare Wettgewinn, sondern vielmehr die Marge des Buchmachers – und damit dessen Gewinne.

Gefährlich werden für den Buchmacher dagegen Kombinationswetten, wenn es dir dabei gelingt, Value zu multiplizieren – aus offensichtlichen Gründen.

2) Der heilige Gral: Korrelierte Kombinationswetten

Genau aus diesem Grund hassen Buchmacher auch nichts mehr als sogenannte korrelierte Kombinationswetten. Das bedeutet, dass das Eintreten der beiden Ereignisse, auf die Du wettest, nicht unabhängig voneinander ist. Ein schönes Beispiel dafür ist die Kombination einer Over-Wette mit dem Sieg eines Favoriten, oder umgekehrt der Sieg des Underdogs kombiniert mit der Under-Wette.

Da die Ereignisse dann nicht länger unabhängig sind, werden zwar weiter die Quoten beider Wettereignisse multipliziert, die realen Wahrscheinlichkeiten entsprechen dem aber nicht mehr – was sich erheblich zu Gunsten des Wettenden auswirkt.

Aus diesem Grund werden Buchmacher solche korrelierten Kombinationswetten auch in aller Regel ablehnen – es sei denn, die angebotenen Quoten sind hinreichend schlecht.

Greifst Du gerne auf Kombinationswetten zurück? Oder ist das ein Ding der Vergangenheit? Wir freuen uns immer über Feedback der User.